2tes Internationales Expertensymposium für neurogene Darmfunktionsstörung

Heidelberg, 20.03.2014 – Neurogene Darmfunktionsstörungen sind Folge fast jeder Querschnittlähmung. Um Probleme wie Darminkontinenz, Verstopfung oder chronische Verdauungsbeschwerden besser verstehen und behandeln zu können, müssen Forschung und Praxis vernetzt werden. Das Expertensymposium für neurogene Darmfunktionsstörung bietet hierfür eine Grundlage.
Bereits zum zweiten Mal fand am vergangenen Donnerstag das Symposium ‚Neurogene Darmfunktionsstörung in Wissenschaft und Praxis‘, ein Gemeinschaftsprojekt der Klinik für Paraplegiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und des Beratungszentrums für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach, statt. Fast 100 Teilnehmer aus ganz Europa reisten an, um die internationalen Experten aus Pflege und Forschung zu hören.
Von großem Interesse für die Teilnehmer, waren die Vorträge zur Veränderung des Mikrobioms beim neurogenen Darm – ein Umstand, der nach neusten Erkenntnissen erhebliche Auswirkungen auf die Psyche von Betroffenen haben kann – und zur Stuhltransplantation, eine Behandlung zur Ansiedlung gesundheitsfördernder Bakterienstämme, die noch in den Kinderschuhe steckt.
Auch die Präsentation zur Versorgung der Darmsituation bei Querschnittlähmung und der Vereinbarung von klinischen Studien und den Bedürfnissen von Betroffenen, sprachen sowohl Mediziner als auch Pflegende an. Und eben dies war das gemeinsame Anliegen der anwesenden Experten auf den Gebieten der neurogenen Darmstörung, der Pflege Querschnittgelähmter und des Ernährungs- sowie Darmmanagements bei Querschnittlähmung. Ihnen allen ging es darum einen Einblick in die Spezialgebiete der Kolleginnen und Kollegen zu erhalten, deren Standpunkte zu verstehen und das neue oder aufgefrischte Wissen in die eigene Arbeit integrieren zu können.
„Forschung und Pflege müssen sich vernetzen, um eine optimale Behandlung bei querschnittbedingter neurogener Darmfunktionsstörung zu finden“, sagt Veronika Geng, Pflegewissenschaftlerin und Leiterin des Beratungszentrums für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter. „Unser Symposium soll helfen die neuesten Forschungsansätze einerseits und die heute gängigen Behandlungsmethoden in den Kliniken andererseits zu verstehen und erfassen. Um so verbesserte Diagnosemethoden und Therapieansätze entwickeln zu können.“
„Das Miteinander ist es, was uns weiterbringen wird “, ergänzt Prof. Norbert Weidner, Direktor der Klinik für Paraplegiologie Heidelberg. „Wir hoffen einen Beitrag zum Dialog zwischen den verschiedenen Gruppen geleistet zu haben, die sich mit diesem wichtigen und bisher leider sehr unterschätztem Thema beschäftigen.“

IMG_1485

Dr. Maureen Coggrave & Dr. med. Dietrich Leder

Werbeanzeigen
Bild | Veröffentlicht am von | Kommentar hinterlassen

20 Experten für neurogene Darmfunktionstörungen haben Zertifikat erhalten

21 Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen haben im Jahr 2013 die Fortbildung zum „Experten für neurogene Darmfunktionsstörungen“ des Beratungszentrums für Ernährung und Verdauung für Querschnittgelähmte besucht und im März nach erfolgreich absolvierter Abschlussarbeit das Zertifikat erhalten. Die Fortbildung hat einen

Gruppenbild_2013

Umfang von 80 Präsenzstunden und einer Abschlussarbeit. Das Ziel der Fortbildung ist es, Pflegefachpersonen zu befähigen Patienten mit Darmproblemen adäquat zu betreuen. Dazu werden vorhandene Kenntnisse erweitert, neues Wissen generiert und die Handlungskompetenz erweitert. Die einzelnen Inhalte der Fortbildung reichen dabei über
• Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie
• Diagnostik und Assessment
• Stuhlinkontinenz
• Obstipation
• Blähungen
• Laxantien
• Ballaststoffe, Prä- und Probiotika
• Blasenfunktionsstörungen mit Auswirkungen auf den Darm
• Ernährung und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
• Stress, Entspannung
• Beratungskonzepte / Gespräch
• Fallbesprechungen
Begleitet wurde das theoretische Programm durch aktive Einheiten wie Kochen, Yoga und auch Kreativeinheiten. Die Kursleitung Veronika Geng und Dr. med. Dietrich Leder sind überzeugt, dass die Fortbildung etwas bewegen wird und das Thema Darmmanagement aufgrund eines professionellen Umgangs damit einen anderen Stellenwert erhalten wird.
Für 2014 sind bereits 22 Teilnehmer für den nächsten Kurs angemeldet und die Fortbildung für 2015 ist in Planung.

Veröffentlicht unter Aktuelles | Kommentar hinterlassen

2. Symposium neurogene Darmfunktionsstörungen 20.3.2014

2. Symposium neurogene Darmfunktionsstörungen in Wissenschaft und Praxis am 20.3.2014  Zum Programm: Symposium Darmfunktionsstörungen 2014

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Expertenwissen bei neurogener Darmfunktionsstörungen

Lobbach, 08.07.2013 – Nicht laufen zu können ist die Einschränkung, die alle Welt sehen kann und die als das zentrale Handicap bei Querschnittlähmung wahrgenommen wird. Für Betroffene jedoch langfristig weitaus belastender, ist die bei fast jeder Rückenmarksverletzung auftretende Funktionsstörung des Darms. Die von der Manfred-Sauer-Stiftung neu geschaffene Fortbildung „Experte/Expertin für neurogene Darmfunktionsstörungen“ will die Grundlage für eine integrative Professionalisierung in diesem Bereich schaffen.

Der Verlust der autonomen Kontrolle über die Ausscheidungen ist für die meisten Menschen ein Tabuthema. Diese macht es Pflegenden besonders schwer auf den Patienten einzugehen und eine geeignete Behandlung zu finden. Einerseits wissen alle um die Wichtigkeit eines funktionierenden Darmmanagement, andererseits verhindern eine Kombination aus Scham, Zeitdruck und Verweildauer im Klinikalltag eine umfassende Beschäftigung mit der Darmproblematik.

Erster Lehrgang Juni/Oktober 2013
Die Fortbildung zum Darm-Experten schafft für Pflegende und Therapeuten erstmalig eine fachübergreifende theoretische Grundlage für das vorhandene Praxiswissen. Wie hoch der Bedarf an einer Professionalisierung ist, zeigt das große Interesse von Kliniken und Fachpersonal. „Kaum war der Kurs für 2013 ausgeschrieben, war er auch schon ausgebucht“, sagt Veronika Geng, Pflegewissenschaftlerin und Kursleiterin in der Manfred-Sauer-Stiftung. „Die Warteliste war endlos. Uns blieb nichts anderes übrig als auf den nächsten Lehrgang im kommenden Jahr zu verweisen.“

Vermittelt werden in den beiden Präsenzwochen im Sommer und Herbst Grundlagen und umfassendes Wissen über Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Verdauungsapparates, Komplikationen und Krankheitsbilder der neurogenen Darmfunktionsstörung, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten, Darmmanagement und die Wechselwirkung von Ernährung und Verdauung. Beleuchtet werden zudem die Einsatzmöglichkeiten von Functional Foods und Laxantien bzw. Polypharmaka. Die Inhalte erarbeitete die Pflege- und Ernährungswissenschaftler der Manfred-Sauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit Dr. Dietrich Leder, Koloproktologe aus München/Sonthofen.

Die Ziele, die mit der Fortbildung Experte/Expertin für neurogene Darmfunktions-störungen erreicht werden sollen, sind keine geringen: Die Handlungskompetenzen der Kursteilnehmer werden erweitert, vorhandene Kenntnisse vertieft und neues Wissen erarbeitet. Nach Abschluss werden die Pflegenden laut Geng in der Lage sein sich der Problematik neurogener Darmfunktionsstörung im Klinikalltag effektiver widmen zu können. Neben den theoretischen Bezugsrahmen, setzt der Lehrgang hierbei verstärkt auf Dialog, Gruppenarbeit und Fallbeispiele.

Neue Techniken und interdisziplinärer Austausch
Die Teilnehmer an dem Lehrgang sind am Ende der ersten Präsenzwoche in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach erschöpft aber begeistert.
Als „sehr intensiv“ und „durchgängig wissenschaftlich“ beurteilt Hans Almer, diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger in der AUVA Klinik Tobelbad/Österreich, den Kurs. „Nicht alle Informationen zum Darm, zur Darmtätigkeit, zum Darmmanagement sind neu für mich. Ich denke, das gilt für jeden Teilnehmer. Wir kommen ja alle aus dem Bereich“, sagt er. „Aber die Inhalte werden im Zusammenhang – auch mit Ernährung – dargestellt, und das ist schon sehr gut. Und etwas was mir persönlich jetzt ganz neu war, kam aus dem Bereich Patienten Gespräch, nämlich die Anleitung zur motivierenden Gesprächsführung. Das heißt, ich lerne wie ich das Wissen, das ich habe, an den Patienten weitergebe und zwar so, dass er mich versteht und annehmen und auch umsetzen kann, was ich sage.“

„Ich bin immer auf der Suche nach neuem Input, nach einem neuen Gedanken, der mich in der Ausübung meines Berufes weiterbringt“, sagt Janette Obereisenbuchner, Diätassistentin und Ernährungsberaterin am Brandenburgischen Querschnittzentrum. „Das ist ein Prozess, ein kontinuierliches Weiterbilden um die Dinge besser zu verstehen. Und wenn ich etwas verstehe bin ich eher dazu in der Lage Maßnahmen abzuleiten, die meinem eigenen Fachgebiet und das der Pflegenden gerecht werden. Durch den Kurs wird, denke ich, das Verständnis zwischen den Gebieten der Ernährung einerseits und der Pflege andererseits geschaffen oder erweitert. Wir sind Partner. Wir brauchen einander um effektiv arbeiten zu können, um eine Behandlung erarbeiten zu können, die über das blinde Probieren hinausgeht.“

Darüber wie bedeutsam der Dialog zwischen den Fachrichtungen aber auch mit den Kurzteilnehmern untereinander ist, sind sich alle einig. „Der Austausch mit den Kollegen ist extrem wichtig“, erläutert Almer. „Zu sehen, dass wir überall – international und an den Kliniken – die gleichen Probleme haben und jetzt gemeinsam Lösungen optimieren zu können: Das kann schon sehr entscheidend für die Entwicklung bei der Behandlung der neurogenen Darmfunktionsstörung sein.“

„Ich nehme sehr viel mit nach Hause und würde diese Weiterbildung jedem anderen Ernährungsberater empfehlen, der im Querschnitt tätig ist“, sagt Obereisenbuchner abschließend. „Und jedem Pflegenden auch.“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

6. Mittagssymposium Arbeitskreis Darmmanagement erfolgreich durchgeführt

Murnau, 7. Juni 2013. Bereits zum 6. mal konnte im Rahmen des Jahreskongress der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie (DMGP) e.V. ein Symposium des Arbeitskreis Darmmanagement abgehalten werden. Rund 100 Personen kamen, um über Innovationen im Rahmen des Darmmanagements informiert zu werden. Nach einer schönen Übersicht über Innovationen versus Standard von Dr. Jörn Bremer, konnte Dr. med. Dietrich Leder eine gute Übersicht über die verschiedenen Assessments und Scoringsysteme rund ums Darmmanagement geben. Da das Symposium interaktiv gestaltet werden sollte, wurde im Zusammenhang mit Scoringsystemen auch ein erster Entwurf des GeLe-Scores an die Teilnehmer verteilt, mit der Bitte, auf die Fragen zu diesem Score Stellung zu nehmen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Aktuelles | Kommentar hinterlassen

1. Symposium neurogene Darmfunktionsstörung erfolgreich

am 19.4.2013 fand das erste Symposium der Manfred-Sauer-Stiftung in Kooperation mit der Abteilung Paraplegiologie der Universität Heidelberg statt. Knapp 100 Teilnehmer nahmen an dem Symposium teil. mehr

Veröffentlicht unter Aktuelles | Kommentar hinterlassen

1. Symposium Neurogene Darmfunktionsstörungen

Neurogene Darmfunktionsstörungen in Wissenschaft und Praxis

„Vom Plexus myentericus zum Sennes Präparat“2013-01-23 11_53_26-flyer-sympoisum-19-4-2013

Am 19.4.2013 veranstaltet die Manfred-Sauer-Stiftung zusammen mit der Abteilung für Paraplegiologie der Universität Heidelberg ein gemeinsames Symposium. Das Thema wird von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Flyer Sympoisum – 19.4.2013

Veröffentlicht unter Aktuelles | Kommentar hinterlassen